Innovative Trinkwasser-Installation mit Raxofix
Innovative Trinkwasser-Installation mit Raxofix

Beim Ausbau ihres Sanitär-Showrooms arbeitete die Firma Solvis, seit Ende der 80er Jahre bekannt als Pionier für die Gewinnung und hoch effiziente Nutzung regenerativer Energien, eng mit Viega zusammen. Gemeinsames Ziel: die neue Trinkwasseranlage der Sanitärräume mit Betriebsduschen energetisch und hygienisch konsequent nach dem derzeit optimal Machbaren auszulegen.

Verkürzt lautete die Fragestellung: Wie kann man die 16 Duschen und 14 Waschtischanlagen in den Sanitärräumen so versorgen, dass ohne Energieverschwendung selbst beim Schichtwechsel immer genug hygienisch einwandfreies Warmwasser zur Verfügung steht?

 

Effiziente Wärmebereitstellung

 

Das auf der Bereitstellungsseite, bei der Warmwassererzeugung, abzusichern, war die geringste Herausforderung. Mit dem Frischwassersystem „SolvisVital“ stand hierfür hausintern eine Technik zur Verfügung, die schon konstruktiv Energieeffizienz und Trinkwasserhygiene vereint.

 

Teamarbeit: Auslegung des Rohrleitungsnetzes

 

Bei der anschließenden Auslegung des Rohrleitungsnetzes aber war die Zusammenarbeit mit entsprechend qualifizierten Herstellern gefragt, so Dipl.-Ing. Karsten Woelk, Solvis-Vertriebsleiter für Großanlagen: „Trinkwasserhygiene ist eine Mannschaftssportart, in die jeder seine besonderen Fähigkeit einbringt. Das bedeutet aber eine frühzeitige gemeinsame Projektplanung und die Realisierung in abgestimmter Vorgehensweise – im Ergebnis also eine integrale TGA-Projektrealisierung.“

 

Wie weit diese enge, strukturierte Zusammenarbeit trägt, wird dabei am ehesten an der hygienisch bedeutsamen Frage der Rohrnetzdimensionierung deutlich.

 

Dass die gesamte Installation mit durchgeschliffenen Rohrleitungen und, wo unumgänglich, nur äußerst kurzen Einzelzuleitungen zu den Entnahmestellen bzw. der Duscharmatur zu erfolgen hatte, versteht sich in diesem Zusammenhang von selber.

 

Ebenso selbstverständlich bei der Solvis-Anlagenplanung: Die automatisierte Auslösung der Anlage bei Unterbrechung des bestimmungsgemäßen Betriebs, wodurch die kontinuierliche Spülung des Rohrleitungsnetzes gewährleistet ist.

 

Die Herausforderung

 

Jedoch gab es in der Planungsphase auch ein „trinkwasserhygienisches Manko“: Nach „klassischer“ Auslegung gemäß Lehrbuch bzw. DIN 1988, Teil 3 mit Summenkurve über die Gleichzeitigkeiten – Trinkwasser kalt 387 l/min, Trinkwarmwasser 176 l/min – wäre ein Hauptstrang in DN 50 erforderlich gewesen. Für die Verteilung hätten dann rechnerisch in der Kaltwasserversorgung eine Nennweite von DN 40, beim Trinkwarmwasser von DN 32 installiert werden müssen. Zu den Entnahmestellen hin sollte sich das Rohrleitungsnetz schließlich auf DN 20 bzw. DN 12 verjüngen.

 

Dimensionen, die weder Dipl.-Ing. Woelk noch Viega Planungsberater Trümper so akzeptieren wollten und konnten. Denn schon die „Daumenpeilung“ mit Erfahrungswerten ließ sehr schnell eine erhebliche Überdimensionierung erahnen. Konkrete Messungen zur Bedarfsermittlung bei vergleichbaren Projekten bestätigten dies.

 

Die Lösung

 

Das aus einer exakten Berechnung resultierende, neue Auslegungsergebnis weicht mit einer Summenkurve von 146 l/min Trinkwasser kalt bzw. 68 l/min Trinkwarmwasser frappierend von der „Schulbuch-Weisheit“ – siehe oben – ab. Damit führt die Reduzierung um 62 Prozent unmittelbar zu der signifikanten „Verschlankung“ des Hauptstrangs von DN 50 auf DN 32. In den Teilsträngen konnte statt der Dimension DN 32 eine 25er Nennweite installiert werden, und im Strang vor den Waschtischen sank der Rohrdurchmesser von DN 20 auf DN 15. Der Zirkulationsrücklauf fiel ebenfalls eine Nennweite kleiner aus, DN 12 statt DN 15.

 

Insgesamt verringert sich das alles entscheidende Rohrleitungsvolumen um 52 Prozent, von 321 auf 153 Liter!

 

Hygienebewusstsein senkt Kosten

 

Karsten Woelk: „Dass der Hygieneerhalt des Trinkwassers in einer derart optimierten Trinkwasseranlage wesentlich einfacher ist als in einer überdimensionierten, liegt auf der Hand. Genauso wie die Energieeinsparung, denn es muss wesentlich weniger Wasser erwärmt und auf Temperatur gehalten werden. Nicht zu vergessen ist aber gleichzeitig die Verringerung der Investitionskosten.“

 

Die ergibt sich zum einen aus der kleineren Nennweite an sich, die per se kostengünstiger ist, rechnet Techniker Stagge vom Handwerksunternehmen HLF vor. Hinzu kommen aber auch die gesparten Aufwendungen beispielsweise für Dämmung. Stagge: „Bei der Sanierung von Objekten spielen zudem Details wie Kernbohrungen oder Schachtbelegungen eine Rolle, die mit kleineren Nennweiten wesentlich einfacher zu realisieren sind.“

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Als Nullemissionsfabrik ausgezeichnet: Solvis in Braunschweig ist die „Energieeffizienteste Gewerbeimmobilie in Deutschland“.
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Solvis-Vertriebsleiter Dipl.-Ing. Karsten Woelk, Viega Verkaufsberater Gerd Herrmann, Andre Stagge, Techniker des Fachhandwerksunternehmens HLF Heizung-Sanitär GmbH aus Goslar und Viega Planungsberater Marco Trümper (v.li.) im Sanitär-Showroom.
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Die durchgeschliffenen Reihenduschen werden durch spezielle Duschköpfe (Hersteller: Mora) automatisch gespült, wenn definierte Nutzungsintervalle überschritten sind. Das schließt, in Verbindung mit den extrem kurzen Anbindeleitungen, Stagnation aus.
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Ausgangspunkt des energetisch wie hygienisch vorbildlichen Sanitärkonzeptes bei Solvis ist die kombiniert gespeiste Trinkwassererwärmungsanlage „SolvisVital“, deren Funktionsprinzip Dipl.-Ing. Woelk (li.) mit Planungsberater Trümper diskutiert.
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Integrale TGA-Projektrealisierung – das ist auch der kontinuierliche Austausch aller Beteiligten, bestätigt Andre Stagge von HLF (mi.), der hier mit Planungsberater Trümper (li.) und Viega Verkaufsberater Herrmann an einem Tisch sitzt.
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Gerade die Details machen in der Trinkwasseranlage die Energie sparende, hygienische Dimensionierung aus – wie die durchflussoptimierten Verbinder des Rohrleitungssystems „Raxofix“.
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Techniker Andre Stagge wünscht sich von Anlagenbetreibern ein deutlich höheres Bewusstsein für den Nutzen, den eine hygienebewusste Trinkwasser-Installation über die Jahre einer Gebäudenutzung bietet.