Kornwestheim: Presstechnik spart Zeit und Geld
Kornwestheim: Presstechnik spart Zeit und Geld

Für Arbeiten am Versorgungsnetz gilt der alte Grundsatz „Zeit ist Geld“. Maßnahmen an erdverlegten Leitungssystemen unterliegen jedoch immer Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee und Kälte. Entstehen dadurch Verzögerungen, hat dies Einfluss auf den gesamten Ablauf. Denn sowohl bei Neuanlagen als auch bei Sanierungen sind verschiedene Gewerke tätig, die aufeinander angewiesen sind. Der folgende Objektbericht bei den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH zeigt, wie Hausanschlüsse durch die Presstechnik deutlich schneller hergestellt werden können als mit herkömmlichen Verfahren.

Mit dem Ziel, den zentralen Innenstadtbereich attraktiver zu gestalten, setzt die Stadt Kornwestheim derzeit das „Rahmenkonzept Innenstadt“ um. Wesentlicher Bestandteil des Maßnahmenplans ist die grundsätzliche Neuordnung der Verkehrsführung. So wird der Verkehr in einigen Bereichen gebündelt und in anderen deutlich reduziert. Der Grundsatzbeschluss sieht vor, diese Arbeiten bis Ende 2012 abzuschließen. Parallel zu darin enthaltenen Straßenbaumaßnahmen sanieren die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH die Versorgungsleitungen für Gashochdruck, Gasniederdruck und Trinkwasser sowie die dazugehörigen Hausanschlüsse. Damit konnte eine Doppelbelastung der Anwohner durch den ohnehin bald notwendigen Austausch der Rohrleitungen vermieden werden.

 

Die Straßenbaumaßnahmen erfolgten in mehreren Bauphasen, denen sich die Stadtwerke anpassen mussten. Dadurch gab es teilweise enge Zeitfenster für die Sanierung der Rohrleitungen, so dass es darauf ankam, auch unter widrigen Witterungsverhältnissen, die anfallenden Arbeiten zeitgerecht auszuführen, ohne dabei die geforderte Sicherheit zu vernachlässigen.

 

Zeit- und Kostenersparnis durch Presstechnik

 

Bei dem etablierten Heizwendelschweißverfahren zur Verlegung von Gas- und Wasserhausanschlüssen wären jedoch einige Dinge zu beachten gewesen, die unter den genannten Rahmenbedingungen problematisch gewesen wären: Niedrige Temperaturen und Regen können diese Arbeiten in erheblichem Umfang beeinflussen. Hier erfordern Schweißarbeiten eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen. Auch Nässe stellt eine besondere Herausforderung dar. Zudem müssen Abkühlphasen eingehalten werden, da die Schweißverbindung bis zum Auskühlen keinen axialen oder radialen Bewegungen ausgesetzt werden darf. Bei der so genannten kalten Presstechnik hingegen entfällt der zeit- und arbeitsaufwendige Schweißvorgang. Gerade bei niedrigen Temperaturen, Regen, Schnee und Eis bedeutet das eine erhebliche Arbeitserleichterung sowie Zeit- und Kostenersparnis. Daher entschied sich der Netzbetreiber, die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH, für das von Viega entwickelte Geopress-System.

 

Geopress

 

Die Verbinder des Systems bestehen aus Rotguss und werden mit Presstechnik mechanisch verarbeitet. Bei diesen Arbeiten kann auf Schweißvorgänge vollständig verzichtet werden, so dass ein witterungsunabhängiges Arbeiten möglich ist. Mit der kalten Presstechnik gibt es außerdem keine Probleme durch Restwasser in der Leitung. Abkühlphasen sind nicht erforderlich. Damit können die Arbeiten auch bei relativ kleinen Zeitfenstern durchgeführt werden: Nach Montage der Anbohrarmatur auf einen geeigneten Rohrabschnitt kann das Anschlussstück eingesetzt und die Hausanschlussleitung verlegt werden. Nach der Druckprobe (DVGW AB W 404; G 469) wird die Hauptleitung mit dem in die Anbohrarmatur integrierten Fräser angebohrt und der Anschluss in Betrieb genommen. Die eigentlichen Verlegearbeiten sind in wenigen Minuten abgeschlossen.

 

Hawle-Anbohrarmatur

 

Der Fräser ist sowohl für PE als auch für PVC geeignet. Neben der Gashochdruck- und der Gasniederdruckleitung wurde in Kornwestheim jedoch auch eine Trinkwasserhauptleitung aus „Duktilguss“ verlegt. Für die Anbindung der Hausanschlüsse an die Duktilguss-Leitung kam daher die Hawle-Anbohrarmatur für Metallrohre mit ZAK-System zum Einsatz. Die Anbohrarmatur wird auf die Rohrleitung gesetzt. Anschließend wird das dazugehörige ZAK-Press-Fit-Übergangsstück (ZAK auf Geopress) in die Armatur eingesteckt und durch Drehen von Hand fixiert. Damit ist es möglich, Hausanschlussleitungen ohne Gewindeverbindungen herzustellen. Bei der Armatur können Korrosionsprobleme und Querschnittseinschränkungen infolge von Inkrustierungen ausgeschlossen werden.

 

Gasströmungswächter

 

Auch die im DVGW Arbeitsblatt G 459-1-B geforderten Gasströmungswächter gehören zum Geopress-System. Diese sind  möglichst nahe am Abzweig von der Versorgungsleitung einzubauen. Hierdurch soll ein unkontrollierter Gasaustritt, zum Beispiel durch Beschädigungen aus dem nachgeschalteten System, verhindert werden. Die in Kornwestheim verwendeten Gasströmwächter sind mit einer Überströmöffnung ausgestattet. Integriert in den Stützkörper oder Verbinder, können sie leicht in Hausanschlüsse installiert werden.

Im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen in Kornwestheim wurden auch die Versorgungsrohrleitungen für Gas und Wasser saniert.
Im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen in Kornwestheim wurden auch die Versorgungsrohrleitungen für Gas und Wasser saniert.
Bei der Herstellung der Hausanschlüsse entschied sich der Netzbetreiber, die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH, für das Geopress-System von Viega. Hier wird der Geopress-Abgangsstutzen zum Gashausanschluss in die Anbohrarmatur eingesetzt.
Bei der Herstellung der Hausanschlüsse entschied sich der Netzbetreiber, die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH, für das Geopress-System von Viega. Hier wird der Geopress-Abgangsstutzen zum Gashausanschluss in die Anbohrarmatur eingesetzt.
Sinan Güclü, Meister bei den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH (links), Meister Ralph Nippert (Mitte) sowie Jürgen Halm von Viega prüfen den Arbeitsfortschritt.
Sinan Güclü, Meister bei den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH (links), Meister Ralph Nippert (Mitte) sowie Jürgen Halm von Viega prüfen den Arbeitsfortschritt.
Verpressung eines Gashausanschlusses mit Viega Pressmaschine und Gelenkzugbacke.
Verpressung eines Gashausanschlusses mit Viega Pressmaschine und Gelenkzugbacke.
Für die Anbindung der Wasser-Hausanschlüsse an die Duktilguss-Leitung kam die Hawle-Anbohrarmatur für Metallrohre mit ZAK-System und Übergang zu Geopress zum Einsatz.
Für die Anbindung der Wasser-Hausanschlüsse an die Duktilguss-Leitung kam die Hawle-Anbohrarmatur für Metallrohre mit ZAK-System und Übergang zu Geopress zum Einsatz.