Bewerbungstipps für Studierende & Berufseinsteiger
Bewerbungstipps für Studierende & Berufseinsteiger

Egal, ob Sie jetzt ein Praktikum oder bald Ihren ersten Job suchen, für jede Bewerbung gelten einige Grundregeln, die Sie unbedingt beachten sollten.

Bewerbungsbasics

  • Alle Bewerbungsunterlagen müssen natürlich sauber und ordentlich sein (sauber geklebtes Foto, keine Kaffeeflecken, Eselsohren usw.).
  • Dies gilt auch für die Bewerbung per E-Mail: Eingescannte Zeugnisse z.B. sollten professionell aussehen, d.h. gut lesbar und in der richtigen Dateigröße. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zur Online-Bewerbung.
  • Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite und frei von Fehlern sein.
  • Stecken Sie nicht jedes Blatt in eine Klarsichthülle. Das macht dem Empfänger mehr Arbeit, falls er Ihre Bewerbung kopieren möchte.
  • Wenn Sie ein Foto mitschicken: Es sollte aktuell und angemessen sein – vergessen Sie Party- oder Urlaubsbilder. Auch Ganzkörperfotos sind unpassend.
  • Geben Sie mehrere Kontaktmöglichkeiten an: Telefon- und evtl. Handynummer, Anschrift und E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse muss seriös klingen und am besten aus Ihrem Namen bestehen (z.B. karl.muster@mail.de). Absolute Don’ts sind dagegen z.B. sunnyboy83@beispiel.de oder partygirl2@beispiel.de!
  • Gehen Sie Ihre Bewerbung noch einmal gründlich durch, bevor Sie sie losschicken. Dokumente komplett? Anschreiben und Lebenslauf unterschrieben? Datum aktuell? Anschrift und Ansprechpartner korrekt?
  • Online-Communitys sind eine tolle Sache – aber wenn es um Ihre Bewerbung geht, ist Vorsicht angesagt. Party-Fotos, private Videos etc. sollten Sie besser entfernen. Bewerbernamen „googeln“ wird immer beliebter.
  • Checken Sie Ihre Bewerbung noch einmal gründlich, bevor Sie sie losschicken. Achten Sie auf Datum, korrekte Anschrift und im Anschreiben vor allem auf die richtige Namensnennung Ihres Ansprechpartners und des Unternehmens.


 

Extrapunkte sammeln!

  • Richten Sie Ihr Anschreiben direkt an den zuständigen Ansprechpartner. „Sehr geehrte Damen und Herren“ sollten Sie nur im absoluten Notfall schreiben.
  • Falls der Ansprechpartner nicht in der Stellenanzeige genannt ist, rufen Sie bei der Personalabteilung an und fragen Sie nach. Ein freundlicher Anruf vorab macht außerdem auf Sie aufmerksam und bietet einen guten Aufhänger für das Anschreiben.
  • Im Vorstellungsgespräch könnten Fragen zu Perspektiven im Unternehmen auftauchen. Zeigen Sie sich interessiert an einer langfristigen Anstellung, sträuben Sie sich aber nicht gegen befristete Verträge – damit müssen Sie heute rechnen.
  • Verstellen Sie sich nicht. Sich engagiert und flexibel zu zeigen, ist generell natürlich gut. Aber reden Sie Ihrem Gegenüber nicht nach dem Mund, sondern bleiben Sie Sie selbst.

 

Lücken, Lügen und einfache Lösungen

Lücken im Lebenslauf sind ein leidiges Thema, aber unter Umständen nicht zu vermeiden. Wenn Sie größere Lücken haben, sollten Sie diese auf keinen Fall versuchen zu kaschieren. Personaler sind in diesem Punkt sehr empfindlich. Suchen Sie daher für mögliche Lücken positive, aktive Formulierungen (arbeitsuchend statt arbeitslos) und finden Sie Erklärungen für die Lücken. Oft gibt es plausible Gründe dafür. Zu schreiben, dass man „arbeitsuchend“ war, ist keine Schande. In diesem Fall sollten Sie auf die Frage vorbereitet sein, was Sie in dieser Zeit unternommen haben, um etwas an diesem Zustand zu ändern. Die wenigsten Menschen sind wirklich faul gewesen.
Bleiben Sie auch sonst bei der Wahrheit. Manipulierte Zeugnisse und geschönte Lebensläufe sind ein klares K.-o.-Kriterium. Sich zu be“werben“ bedeutet nicht, Dinge schön zu reden. Wenn Sie also „Kenntnisse in CAD“ aufführen, sollten Sie diese auch tatsächlich besitzen. Schließlich stünden Sie dumm da, wenn Sie im Erstgespräch um Arbeitsproben gebeten würden oder bei Einstellungsbeginn genau mit diesem Programm arbeiten sollen.


Ehrlich währt am längsten, das gilt übrigens auch für Ihre Hobbys, die Sie im Lebenslauf angeben können, aber nicht müssen. Hobbys sind eine spannende und oft auch eine missbrauchte Rubrik. Es kursierte eine Zeit lang das Gerücht in Bewerberkreisen, dass Hobbys so ausgewählt werden sollten, dass eine Teamsportart (Teamfähigkeit), eine Einzelsportart (Durchsetzungsfähigkeit/Durchhaltevermögen) und etwas Kulturelles angegeben werden müsse, um das Profil abzurunden. Unsinn! Nichts ist peinlicher als Detailfragen oder Eingangsfragen zu „Ihrem Sport“ oder kulturellen Themen, die Sie nicht beantworten können.

 

Online Bewerbungen

Zunehmend wichtiger werden Online-Bewerbungen, vor allem bei großen Unternehmen. Kläre im Zweifelsfall ab, welches Vorgehen bevorzugt wird. Wenn Du Dich online bewirbst, gibt es zwei Möglichkeiten: 1. über ein webbasiertes Formular und 2. per E-Mail. Bei der ersten Variante hast Du klare Vorgaben, was gewünscht wird, und Du kannst allenfalls im Anschreiben von den Vorgaben des Formulars abweichen. Solltest Du im zweiten Fall aufgefordert sein,die Bewerbung per E-Mail zu versenden, achte bitte darauf, ein druckfähiges Dokument zu senden, das nicht zu groß ist. Zwei Megabyte sollte die Datei nicht überschreiten. Am besten geeignet ist das PDF-Format. Hast Du keinen Scanner oder die nötige Software fehlt? Viele Copy-Shops bieten an, gedruckte Dokumente zu digitalisieren. Bei umfangreichen Unterlagen ist es unter Umständen besser, nicht gleich alle Zeugnisse mitzuschicken – die Größe der E-Mail könnte in die Höhe schnellen. Schicke Deinen Lebenslauf und vielleicht das aussagekräftigste Zeugnis und biete an, den Rest bei Interesse nachzureichen. Das Anschreiben gehört in die E-Mail selbst, nicht in den Anhang. Auch bei der Online-Bewerbung gilt natürlich: Gehe alles noch einmal sorgfältig durch, bevor Du sie abschickst.

Informationen zu unserer Online-Bewerbung findest Du hier.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, kurz AGG, legt fest, dass Bewerber wegen ihrer „[…] Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Welt-
anschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität […] nicht benachteiligt werden dürfen (AGG § 1).

 

Unternehmen sind damit in der Pflicht, ihre Stellenausschreibungen AGG-konform zu formulieren. Solch formelle Stellenausschreibungen machen es manchen Bewerber schwer zu erkennen, was für eine Persönlichkeit überhaupt gesucht wird. Für Dich gilt als Faustregel: Achte darauf, dass das geforderte Profil zu etwa 75 % zutrifft, denn das ist ein Richtwert, auf den sich auch Unternehmen verstärkt beziehen.
Foto – ja oder nein? Die explizite Anforderung eines Lichtbilds in Stellenanzeigen ist seit Inkrafttreten des AGG umstritten. Weil Fotos, so die Befürchtung, einen Anlass für eine Diskriminierung darstellen könnte, werden sie in Zukunft voraussichtlich kaum in Anzeigen gefordert. Dennoch solltest Du dir vor Augen halten, dass Personaler es einfach haben, sich ein vollständiges „Bild“ von Dir zu machen, wenn ein Foto beiliegt.

Hier finden Sie nützliche Tipps für Ihre Bewerbungsmappe!

Der Lebenslauf

Ihr Lebenslauf sollte übersichtlich gestaltet und ehrlich sein. Persönliche Daten, Schulbildung, ggf. Wehr- und Ersatzdienst, ggf. Studienschwerpunkte, Nebentätigkeiten, Praktika oder sonstige Kenntnisse mit Berufsbezug sind Inhalte, die in jeden Lebenslauf gehören. Wichtig bei dieser Informationsfülle ist ein konsequenter und übersichtlicher Aufbau. Neben Ihrem Ausbildungsweg gehören auch zusätzliche Qualifikationen wie z.B. Fremdsprachenkenntnisse oder berufsbezogene VHS-Kurse in den Lebenslauf. Ein „Kann-Inhalt“ ist der Bereich Hobbys. Bleiben Sie bei der Wahrheit, aber verzichten Sie auf Aussagen, die ein schlechtes Bild vermitteln könnten (Partys feiern, faulenzen, fernsehen usw.).

Das Anschreiben

Die Kunst beim Anschreiben ist es, Stärken und konkrete Erfolge zu nennen, ohne den Lebenslauf Satz für Satz zu wiederholen. Machen Sie deutlich, warum Sie gut ins Unternehmen und zu der ausgeschriebenen Stelle passen und was Ihre Motivation ist. Inwiefern kann das Unternehmen von Ihnen profitieren? Wichtig sind an dieser Stelle Ihre Schwerpunkte im Studium sowie Ihre bisherigen Praxiserfahrungen aus Nebenjobs und Praktika. Aber auch mit Engagement in Vereinen oder anderen außeruniversitären Projekten können Sie punkten. Es kommt darauf an, die für das Unternehmen relevanten Aspekte zu präsentieren – ohne dabei zu übertreiben. Wer beispielsweise neben dem Studium kellnert, sammelt dabei wichtige Erfahrungen im Umgang mit Kunden – erwähnen Sie das. Als Service-Professional müssen Sie sich ja nicht gleich bezeichnen. Auch wenn das Anschreiben die meiste Zeit in Anspruch nehmen wird: Vermeiden Sie stereotype Formulierungen und beziehen Sie das Anschreiben ganz auf die Stellenanzeige und die jeweilige Firma. Nötige Hintergrundinformationen liefert Ihnen hierfür nicht nur die Stellenanzeige, sondern beispielsweise auch die Unternehmenswebsite.

Zeugnisse

Zu guter Letzt die Zeugnisse. Ihr Abiturzeugnis, bisherige Studienleistungen (z.B. Vordiplomszeugnis oder ein aktueller Notenspiegel des Prüfungsamts) und ggf. Arbeitszeugnisse vorangegangener Jobs oder Praktika dienen als Beleg für Ihre Angaben in Anschreiben und Lebenslauf. Weitere Anlagen, wie beispielsweise Zertifikate von Seminarbesuchen oder Nachweise über Zusatzqualifikationen u. ä., sind dann von Bedeutung, wenn sie einen Aussagewert für das geforderte Stellenprofil haben. Überfrachten Sie Ihre Bewerbung nicht unnötig und setzen Sie Prioritäten.