Brandschutz - rechtssicher in Mischinstallationen

Mischinstallationen dürfen mit Viega Systemen gemäß der allgemeinen Bauartgenehmigung Nr. Z-19.53-2258 gebaut und abgeschottet werden.

Fachhandwerker klagen vermehrt über verweigerte Brandschutzmaßnahmen von Mischinstallationen. Hauptgrund sind fehlende Verwendbarkeitsnachweise für Rohrabschottung in Deckendurchführungen. Rechtssicherheit bietet Viega mit einer allgemeinen Bauartgenehmigung.

Die Vorgaben des DIBt zur Abschottung von Mischinstallationen gelten zwar schon seit dem 1. Januar 2013 (siehe Abbildung rechts). Sie rücken jetzt aber erst so langsam in den Fokus. Denn im Zuge der Umstellung des Bauordnungsrechts beschäftigen sich die Prüfsachverständigen zurzeit intensiv mit der Thematik der Verwendbarkeitsnachweise.

Abweichungen nicht zulässig

Warum das DIBt auf den Nachweis einer Brandschutzprüfung bei Mischinstallationen aller Art besteht, liegt auf der Hand: Metallrohre für die Versorgung und Gussrohre für die Entsorgung können sich im Brandfall so stark erwärmen, dass sich die angeschlossenen Kunststoffleitungen entzünden. So kann in einem anderen Brandschutzabschnitt ein Sekundärbrand entstehen.

Eine allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) erteilt das DIBt daher nur für Bauarten, die ihre Schutzfunktion bei Brandschutzprüfungen nachgewiesen haben. Wichtig zu wissen: Statt allgemeiner Werkstoff- oder Produktbezeichnungen werden in einer Bauartgenehmigung (aBG) die Fabrikate sicherheitsrelevanter Teile konkret benannt. Abweichungen davon, zum Beispiel die Verwendung eines anderen Rohrleitungssystems oder anderer Verbindungsstücke als in der aBG beschrieben, führen zu einem Verlust der Zulassung der Mischinstallation.

Maximal flexibel und rechtssicher

Da Bauartgenehmigungen so eng gesteckt sind, hat Viega alle praxisrelevanten Kombinationen seiner Rohrleitungssysteme prüfen lassen. Dadurch behalten Planer und Installateure die maximale Flexibilität, um Mischinstallationen den spezifischen Gebäudevorgaben anzupassen. Und das rechtssicher.

Die Vorgaben des DIBt und die Erfüllungspflicht gemäß geltendem Bauordnungsrecht sind eindeutig. Deshalb ist die dringende Empfehlung: Schon bei der Ausschreibung der Rohrleitungssysteme sollte eine auf die entsprechenden Systeme zutreffende Bauartgenehmigung vorliegen. Wird im Vergabeprozess pauschaliert oder mit freier Fabrikatswahl gearbeitet, so ist spätestens die Ausführungsplanung noch einmal kritisch zu prüfen.

Auszug aus dem Newsletter des DIBt, Ausgabe 2/2012. Danach entspricht eine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) nach neuem Bauordnungsrecht einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG).

Die verbindlichen Vorgaben des DIBt im Vergleich zur bisher gängigen Praxis.

Mischinstallation Versorgung

Klassifizierte Rohrabschottungen bei Versorgungsleitungen in Mischinstallationen

Das DIBt verlangt generell für die Kombination von brennbaren und nicht brennbaren Rohrleitungen eine klassifizierte Abschottung. Also auch für typische Trinkwasser- und Heizungsinstallationen aus Metallrohren als Strangleitungen mit angeschlossenen Stockwerksleitungen aus Kunststoff. Rund 95 Prozent aller Versorgungsleitungen werden so gebaut.

Die Strangrohrleitungen in Gebäuden werden in der Regel aus Viega Metallrohrsystemen wie Viega Profipress, Sanpress/Sanpress Inox, Prestabo oder Megapress erstellt. Sie sind besonders vorteilhaft, da sie eine hohe Festigkeit haben, daher weniger Befestigungspunkte gesetzt werden müssen und die Längenausdehnungen geringer als bei Kunststoffrohrleitungen sind.

In den Etagen wiederum besteht der Wunsch, die Verteilungen (Stockwerksleitungen) mit einem flexiblen Rohrleitungssystem vorzunehmen. Dazu eigenen sich besonders die Viega Rohrleitungssysteme Raxofix oder Sanfix Fosta.

Sichere Abschottung mit Verwendbarkeitsnachweis

Nach aktuellem Bauordnungsrecht ist für solche Mischinstallationen eine allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) erforderlich, nach alter Ordnung eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ). Mit der aBG Z-19.53-2258 hat Viega nun einen Verwendbarkeitsnachweis für das System "Viega Mischinstallation Versorgung". Einen Überblick gibt die Tabelle rechts.

Für diese vielen Varianten an Mischinstallationen in der Versorgung weist die aBG von Viega die Verwendbarkeit nach.

Bildergalerie

Mischinstallation Entsorgung

Mischinstallationen Entsorgung in der Praxis

Entwässerungsleitungen werden in der Baupraxis meist als Mischinstallation
errichtet. Hierbei wird die Strangleitung oft aus nichtbrennbaren Guss-SML-Leitungen erstellt. Die Stockwerksleitungen werden dann in der Regel als Kunststoffrohre oder schallgedämmte Kunststoffrohre ausgeführt. Die Anbindung dieser brennbaren Rohre erfolgt im Fußbodenbereich entweder direkt am Abzweig des Guss-SML-Formteils am Strang über einen sogenannten Konfix-Verbinder oder irgendwo in der Anbindeleitung, spätestens aber an der Anbindung des Entwässerungsobjekts.

Die Entwässerungsobjekte müssen über eine Wasservorlage verfügen. Somit kommen in der Installationswelt in Verbindung mit Mischinstallation alle Viega Spülkästen, Viega Bidet-Elemente, Viega Waschtisch-Elemente aber auch Viega Bodenabläufe, Viega Wandabläufe und Viega Duschrinnen zum Einsatz.

Um den Brandschutz sicherzustellen, dürfen nur noch Lösungen mit Zulassung (abZ) bzw. Bauartgenehmigung (aBG) verwendet werden.

Neue Wege mit Viega Vorwandelementen

Viega stellt mit der aBG Z-19.53-2259 "Viega Spülkästen mit Guss-Abflussleitungen" nun erstmals ein Viega Brandschutzsystem für Mischinstallationen in der Entsorgung vor. Die aBG ist ein völlig neuer Ansatz, innovative und robuste Viega Sanitär-Elemente, Entwässerungssysteme, Schallschutz- und Brandschutzanforderungen zusammenzubringen.

Die Stockwerksanschlussleitungen werden in der Regel auf dem Fußboden verlegt. Häufig sollen diese Leitungen ab Abzweig der Strangrohrleitung in Kunststoff (PP) ausgeführt werden. Die Sanitärobjekte werden nacheinander eingebunden. In den Strangrohrleitungen hingegen werden aufgrund der guten Schallschutzeigenschaften Guss-SML-Abflussleitungen bevorzugt. Der Deckendurchbruch ist meist die Trennung von verschiedenen Nutzern sowohl aus Brandschutz- als auch aus Schallschutzsicht. Eine Übertragung von Feuer, Rauch und Temperatur ist über 30, 60 bzw. 90 Minuten zu verhindern bzw. zu beschränken.

Das System „Viega Spülkästen mit Guss-Abflussleitungen“ ist auf diese Bedürfnisse optimal abgestimmt. Weichfedernde Dämmstoffe, wie die Rockwool Klimarock Lamellenmatte bringen optimalen Schallkomfort. Die Anordnung (Bauart) der Rohrleitungen, Abzweige und Viega Spülkästen sind unter Berücksichtigung der Vorwand- bzw. Entwässerungsrohrleitungsabkofferungen so ausgewählt, dass die Gesamtkonstruktion als Brandschutzdeckenabschottung über eine Schutzzeit von 30, 60 bzw. 90 Minuten verwendet werden kann.

Aufbau Mischinstallation, Anschluss direkt mit brennbarem Rohr (PP) „Viega Spülkästen mit Guss-Abflussleitungen”
Beispiel einer Badezimmermontage in Mischinstallation nach Viega Bauartgenehmigung (aBG)

Wirtschaftliches Brandschutzsystem mit geringstem Platzbedarf

Viega bietet mit der Kombination aus dem Viega Prüfzeugnis abP P-2400/003/15-MPA BS, den Viega Bauartgenehmigungen aBG Z-19.53-2258 und 2259 sowie den Verwendbarkeitsnachweisen für die Absperrvorrichtungen der WC-Abluftanlagen bzw. ggf. den Verwendbarkeitsnachweisen der Brandschutzmaßnahmen für Abwasserleitungen eine optimale Konstellation, um die Anforderungen der täglichen Baupraxis zu erfüllen

Die Steinwolldämmschalen bzw. -matten sorgen für sicheren Schall- und Brandschutz der Rohrleitungen mit möglichem Nullabstand. Übergänge von Viega Metallrohrsystemen im Strang auf die flexiblen Viega Rohrleitungssysteme Raxofix und Sanfix Fosta in der Stockwerksanbindung sind ebenso nachgewiesen wie die Verwendbarkeit sämtlicher Viega Vorwandelemente.

Wirtschaftlicher Schachtaufbau mit Guss-SML-Fallleitung
Notwendige Verwendbarkeitsnachweise:
  • abP für die Rohrabschottungen, den Nullabstand und den Deckenverschluss
    P-2400/003/15-MPA BS
  • aBG für die Versorgungsleitungen in Mischinstallation Z-19.53-2258
  • aBG für die Entsorgungsleitungen und Viega Vorwandelemente
    Z-19.53-2259
  • abZ Verwendbarkeitsnachweis für Absperrvorrichtung der
    WC-Abluftleitung
Schachtaufbau mit Kunststoffabwasserleitungen
Notwendige Verwendbarkeitsnachweise:
  • abP für die Rohrabschottungen, den Nullabstand und den Deckenverschluss
    P-2400/003/15-MPA BS
  • aBG für die Versorgungsleitungen in Mischinstallation Z-19.53-2258
  • abZ Verwendbarkeitsnachweis für die Entsorgungsleitungen
  • abZ Verwendbarkeitsnachweis für Absperrvorrichtung der WC-Abluftleitung

Der Einsatz von Kunststoffabwasserleitungen mit Brandschutzmanschetten nach Viega abP P-2400/003/15-MPA BS kann den Gesamtplatzbedarf bei der Deckendurchdringung um weitere ca. 50 mm reduzieren. Hierzu kann eine der bis zu 14 unterschiedlichen Brandschutzmanschetten - je nach Anwendungsfall, Rohrtyp, Rohrhersteller und Rohrdimension -  verwendet werden.

Rohrtyp, Rohrhersteller und Rohrmaterial müssen auf die Brandschutzmaßnahme abgestimmt sein. Die entsprechenden Verwendbarkeitsnachweise sind zu beachten.

Geringstmögliche Abstände lassen sich auch bei Verwendung von Guss-SML-Abflussleitungen in Mischinstallation erzielen. Da die Abschottung z. B. beim System Doyma KonfixPro an der Anbindeleitung anzuordnen ist, entfallen platzintensive Maßnahmen am Guss-SML-Strangrohr.

Dadurch kann der Deckendurchbruch nochmals bis zu 40 mm schmaler als bei der Verwendung von Kunststoffabwasserleitungen ausgelegt werden.

Schachtaufbau mit Guss-SML-Abwasserleitungen in Mischinstallation
Notwendige Verwendbarkeitsnachweise:
  • abP für die Rohrabschottungen, den Nullabstand und den Deckenverschluss P-2400/003/15-MPA BS
  • aBG für die Versorgungsleitungen in Mischinstallation Z-19.53-2258
  • abZ Verwendbarkeitsnachweis für Mischinstallation Z-19.17-2074 (Konfix Pro)
  • abZ Verwendbarkeitsnachweis für Absperrvorrichtung der WC-Abluftleitung