Wirtschaftlicher schneller Ausbau von Fernwärmenetz unterstützt Energiewende

In der Gemeinde Ainring gibt es bereits seit den 70er-Jahren ein Wärmenetz. Der Grund war damals die hoch verdichtete Bebauung zur Flächenschonung.

Fernwärmenetze sind wichtig für das Gelingen der Energiewende, also der Abkehr von den fossilen Energieträgern hin zu Erneuerbaren Energien. Sie sind, unter anderem durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme, wesentlich effizienter als Einzelfeuerungsanlagen. In Ainring im Berchtesgadener Land gibt es bereits seit den 70er-Jahren ein Wärmenetz. Der Grund war damals die hoch verdichtete Bebauung zur Flächenschonung. Durch das zentrale Heizkraftwerk sollte die Emissionsbelastung für die Bürger möglichst gering gehalten werden. Heute ist dieses Kraftwerk der Einstieg in nachhaltiges Heizen, denn mittlerweile werden etwa 60 Prozent der Wärme über Biomasse und eine ORC-Turbine sowie aus PV-Strom erzeugt. Entsprechend wird der Ausbau des Wärmenetzes in der 10.000-Seelen-Gemeinde forciert vorangetrieben.

Wirtschaftlich sicher mit Megapress S

Das Interesse an einem Fernwärmeanschluss ist groß, so Herbert Thalbauer, Technische Werkleitung der Gemeindewerke Ainring: „Die sichere Wärmeversorgung auf der einen Seite und der hohe Anteil nachhaltiger Wärme auf der anderen sind für viele Hausbesitzer überzeugende Argumente, beim Heizungstausch statt auf einen neuen Ölkessel auf Fernwärme zu setzen.“ Auch, weil aufgrund der hohen Vorlauftemperatur von bis zu 90 °C ältere Gebäude nicht gedämmt werden müssen und die Heizkörper weiter für die Wärmeverteilung zu nutzen sind.

Um den technischen und wirtschaftlichen Aufwand beim Anschluss ans Wärmenetz möglichst gering zu halten, setzen die Gemeindewerke das Pressverbindersystem Megapress S zur Verbindung der Kompaktwärmestation mit der Versorgungsleitung ein. Das System ist zur Anbindung von Nah- und Fernwärmeanlagen nach AGFW FW 524 in Pressverbindungstechnik mit Fernwärmenetz-typischem Stahlrohr entwickelt worden. Die Pressverbindungen sind also wesentlich schneller hergestellt, als das beim Schweißen der Fall ist. Außerdem sind die Arbeiten sicherer, da nicht mit offener Flamme gearbeitet wird. Gerade im Bestand ein überzeugendes Argument.

Exemplarisch für solch einen Anschluss ist ein Wohn- und Gewerbeobjekt mit gemischter Nutzung. Hier wurde die Heizzentrale auf eine 150-kW-Kompaktwärmestation umgestellt. Gedauert hat der Umbau inklusive neuem 750-Liter-Pufferspeicher mit Frischwasserstation und Demontage der Altanlage nicht zuletzt dank der Verrohrung mit Megapress S nur knapp zwei Tage. Auch, weil sich die Gemeindewerke generell eng mit dem jeweiligen Heizungsbauer abstimmen, der die Kompaktwärmestation setzt. 

 

Beitrag gegen Fachkräftemangel

Mit dem Pressverbindungssystem Megapress S puffern die Gemeindewerke gleichzeitig den in der Region deutlich spürbaren Fachkräftemangel ab. Denn für das Schweißen können nur entsprechend ausgebildete Schweißer mit nachgewiesener Qualifikation eingesetzt werden. Megapress S-Installationen hingegen dürfen von eingewiesenen Fachkräften durchgeführt werden. Das können zum Beispiel Anlagenmechaniker sein, aber genauso Fachkollegen aus ähnlichen Gewerken. Herbert Thalbauer: „Unser Gemeindeteam ist schon mehr als ausgelastet. Wenn wir jetzt den Ausbau der Fernwärme weitgehend aus eigener Kraft voranbringen wollen, brauchen wir zwingend Lösungen, durch die die Arbeit auf der Baustelle einfacher und schneller machbar wird. Die Möglichkeit, dickwandige Stahlrohre verpressen zu können, ist für uns deswegen perfekt.“

Ort Ainring, Deutschland
Jahr 2023
Objektart Renovierung
Einsatzbereich Öffentliche Gebäude
Planung Gemeindewerke Ainring
Installation Megapress-S
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