Die Anforderungen an Rohrleitungssysteme in der Industrie sind überaus spezifisch. Äußere Einflüsse durch die Installationsumgebung müssen ebenso berücksichtigt werden wie eine mögliche Explosionsgefährdung durch die transportierten Medien oder die unternehmensspezifischen Sicherheitsanforderungen, die in dem jeweiligen Unternehmen zu beachten sind. Mit „Profipress“ (Kupfer; 99,9 % Cu-DHP), „Sanpress Inox“ (Pressverbinder aus Edelstahl 1.4401 und Rohre aus Edelstahl 1.4401 und 1.4521), „Megapress“ (unlegierter Stahl 1.0308) und „Temponox“ (Pressverbinder aus Edelstahl 1.4301 und Rohre aus Edelstahl 1.4520) bietet Viega vor diesem Hintergrund ein praxisgerecht breites Programm an metallenen Pressverbindersystemen, die gezielt für den Einsatz in industriellen Anlagen geprüft und zugelassen sind.
Auf Basis verschiedener Zertifikate und Gutachten – wie durch den TÜV Rheinland – können damit nach Einschätzung von Fachleuten viele der wichtigsten industriellen Rohrleitungsnetze abgedeckt werden. Die Einsatzmöglichkeiten beginnen bei trinkwasserführenden Rohrleitungsnetzen und setzen sich über Druckluft zur Maschinensteuerung oder für den Transport von Prozesswässern in der Chemie- und Pharmaindustrie bis zur Öl- oder Gasversorgung von Glüh- und Härteöfen fort, um nur einige Beispiele zu nennen.
EPDM, HNBR oder doch eher FKM?
Eine zentrale Rolle, um diese häufig sicherheitsrelevanten Anwendungen bedienen zu können, spielen dabei die in den Pressverbindern eingesetzten elastomeren Dichtelemente.
EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) ist ein bewährtes Material für Dichtelemente von Verbindern zum Beispiel in Trinkwasserinstallationen. Sie erfüllen alle relevanten Hygienevorschriften und sind daher gesundheitlich unbedenklich. Dank ihrer hervorragenden Beständigkeit gegen Heißwasser und weitere Medien können Verbinder mit solchen Dichtelementen ebenso in geschlossenen Heiz- und Kühlkreisläufen, für Technische Gase oder für Druckluft (mit einer Ölkonzentration < 25 mg/m³) eingesetzt werden.
HNBR-Dichtelemente (Hydrierter Acrylnitril-Butadien-Kautschuk) haben eine hervorragende Beständigkeit gegenüber Ölen und Gasen. Zudem sind sie gut geeignet für Erdgas- oder auch Flüssiggasrohrnetze nach DVGW-Arbeitsblatt G 260 sowie für Heizöl- und Dieselkraftstoffe.
Pressverbinder mit FKM-Dichtelementen (Fluor-Karbon-Kautschuk) wiederum sind für Installationen mit höheren Temperaturen oder chemisch aggressiveren Medien konzipiert. Typische Anwendungsfelder finden sich in der Chemieindustrie, in der Anbindung von Solarwärmeanlagen mit Wasser/Glykol als Wärmeträger oder in Nah- und Fernwärmeanlagen nach AGFW FW 524 („Megapress S“ bis 2 Zoll ab Gebäudeeintritt).
Für besondere Einsatzumgebungen, zum Beispiel in der Automobilindustrie, bietet Viega das Pressverbindersystem „Sanpress Inox LF“ mit LABS-freien Verbindern an. Deren Dichtelemente sind völlig frei von lackbenetzungsstörenden Substanzen.
Individuelle Unterstützung möglich
Welches Pressverbindersystem für den jeweiligen industriellen Anwendungsfall am besten geeignet ist, entscheidet sich letztlich aber durch das Zusammenspiel aus Dichtelement, Rohr- und Pressverbinderwerkstoff sowie den entsprechenden Zulassungen. Als wertvolle Orientierungshilfe hat Viega daher eine spezielle Medienliste entwickelt. Sie kann unter viega.de/Medienliste kostenlos heruntergeladen werden. Unterstützung bei der Planung und Systemauswahl von industriellen Pressverbindersystemen bietet außerdem die Technische Beratung von Viega
(service-werkstoffanfrage@viega.de).