Indische Forschungsstation Bharati

Das felsige Plateau der „Larsemann Hills“ in der Antarktis ist auch Heimat der 2.000 Quadratmeter großen indischen Forschungsstation „Bharati“. (Architekten: IMS Ingenieurgesellschaft / bof architekten / m+p consulting; Fotograf: Rakesh Rao/NCAOR )

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Fakten

Objekt Indische Forschungsstation Bharati
Ort Antarktis, Deutschland
Jahr 2012
Objektart Neubau
Fläche 2000 m²
Einsatzbereich Wissenschaft/Bildung
Architekt bof Architekten GbR, Hamburg
Planung Kaefer Construction GmbH, Bremen
Installation YIT Germany, Leverkusen

Vollständige Beschreibung

Minus 40 °C – Wärme und Wasser auch an extrem unwirtlichen Orten

Am antarktischen Felsplateau „Larsemann Hills“ mit Temperaturen bis minus 40 °C betreibt Indien seit 2012 eine wissenschaftliche Forschungsstation mit dem blumigen und durchaus passenden Namen „Bharati“ – so heißt auch die hinduistische Göttin der Weisheit und des Wissens. Damit Weisheit und Wissen auch auf dem isolierten und rauen Kontinent gut gedeihen können, ist eine zuverlässige Versorgung des Wissenschaftsteams mit Wärme und Wasser überlebenswichtig.

Spezielle Aufgabe: Glykol im Heizwasser

Für die Erzeugung von Wärme und Strom wird Kerosin eingesetzt, das bis zu minus 54 °C flüssig bleibt. Zum Belüften des Tanks installierten die Techniker das Viega Rohrleitungssystem Sanpress Inox G – wegen seiner dauerhaften Resistenz gegenüber den zu transportierenden Medien. Üblicherweise wird Sanpress Inox G für Gas- und Heizölleitungen eingesetzt.

Die Heizwärmeverteilung realisierten die Experten mit dem Prestabo-System. Um das Einfrieren des Heizwassers auszuschließen, ist Glykol-L zu 57 Prozent beigemischt. Viega untersuchte dafür die Reaktion der Dichtringe aus EPDM auf diesen extrem hohen Glykolgehalt. Das Ergebnis: Die Dichtringe der Pressverbinder sind voll einsatzfähig für das Heizwassergemisch. Und zudem geeignet für Betriebstemperaturen von minus 40 °C bis zu – in „Bharati“ eher unwahrscheinlichen – plus 80 °C.

Wo Legionellen eine ganze Mission gefährden

An dem entlegenen Ort spielt die Trinkwasserhygiene eine besonders wichtige Rolle. Ein Befall mit Legionellen oder ähnlich schädlichen Mikroben wäre eine Katastrophe nicht nur für die Forscher – selbst die Zukunft der Mission wäre gefährdet.

Die Verantwortlichen setzten deshalb auf Sanpress Inox mit Rohren aus dem Edelstahl 1.4521. Eine konstante Temperatur des Warmwassers von 60 °C gewährleisten die Easytop-Zirkulations-Regulierungsventile. Deren thermische Desinfektionseinrichtung schützt wirksam vor Legionellen. Easytop-Probenahmeventile ermöglichen das regelmäßige Überprüfen der Trinkwasserqualität.

Mindestens 20 Jahre werden rund 25 Personen ganzjährig in „Bharati“ unter extremen Bedingungen arbeiten – auch dank Technik „Made in Germany“.